Ministerium plant vorerst keine nationale Biomassestrategie

Entgegen eigener Ankündigungen plant die Bundesregierung vorerst keine nationale Biomassestrategie. Das geht aus Antworten des Bundesumweltministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, aus denen die „Rheinische Post“ berichtet.
Die nachhaltige Erzeugung und effiziente Nutzung von Biomasse habe für die Bundesregierung zwar „große Bedeutung“, heißt es dort. Dennoch teilte das Ministerium mit: „Eine weitere Ausarbeitung einer nationalen Biomassestrategie ist derzeit nicht geplant.“ Dabei hatte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums noch in diesem Sommer angekündigt, dass eine Biomassestrategie „zeitnah ins Kabinett kommen“ soll.
Gleichwohl betonte die Bundesregierung mit Blick auf Biomasse auch weiterhin, dass die Erschließung nachhaltiger inländischer Potenziale „die Abhängigkeit von fossilen Rohstoff- und Energieimporten verringern“ könnte. „Unterschiedliche Maßnahmen, unter anderem im Rahmen des Klimaschutzprogramms, tragen zu diesen Zielsetzungen bei“, hieß es weiter.
Die Linke übt an der fehlenden Gesamtstrategie Kritik. Die Bundesregierung verkaufe ihre Technologieoffenheit als nachhaltige Zauberformel, bei der Biomasse und Grüngas das Klima retten sollten, doch eine Strategie dafür habe sie nicht, sagte die Bundestagsabgeordnete Violetta Bock der „Rheinischen Post“. Der Hochlauf von Biomasse und Grüngas sei so nicht nachhaltig umsetzbar, denn es sei völlig unklar, woher diese wertvollen Ressourcen kommen sollten und wie die erhöhte Nachfrage gedeckt werden solle, fügte sie hinzu.
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