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Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz bei Bahnpreisen

20. Oktober 2026, 01:00 Uhr · Standard

ICE T auf Bahnstrecke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert höhere Preise für Zugtickets während der Ferien und fordert mehr Transparenz bei der Preisgestaltung der Deutschen Bahn.

„Wer eine Bahnreise plant, muss die Kosten verlässlich einschätzen können. Dafür braucht es mehr Transparenz bei der Preisgestaltung“, sagte VZBV-Vorständin Ramona Pop der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Gerade zu Ferienbeginn sind Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Bahn angewiesen. Unsere Untersuchung zeigt jedoch, dass Bahntickets zu diesen Zeiten regelmäßig teurer werden.“

Laut einer VZBV-Auswertung lagen in 62 Prozent der untersuchten Kombinationen aus Strecke und Ferienzeitraum die Ticketpreise am ersten Feriensamstag über denen des Samstags der Vorwoche. „Besonders bei Sparangeboten können die Unterschiede erheblich ausfallen. Für Reisende kann es schwer nachzuvollziehen sein, wenn dieselbe Fahrt genau eine Woche vorher deutlich weniger kostet“, mahnte Pop. Über alle untersuchten Ferienzeiträume und Strecken hinweg lagen die Preise für den „Super-Sparpreis“ zu Ferienbeginn in der Hälfte der untersuchten Fälle mindestens 21 Prozent über dem Niveau der Vorwoche.

Den größten Aufschlag beobachteten die Verbraucherschützer in den Weihnachtsferien 2024. In der Hälfte der untersuchten Fälle lagen die Super-Sparpreise am ersten Feriensamstag mindestens 156 Prozent über denen der Vorwoche. Im Einzelfall vervielfachte sich der Preis: Auf der Strecke Berlin-München stieg der untersuchte Super-Sparpreis zum Beginn der Berliner Winterferien 2025 von 17,99 auf 99,99 Euro – ein Anstieg um 456 Prozent.

Dazu erklärt eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Nachfrage von noz: „Den Vorwurf der Intransparenz weisen wir zurück. Wer in der Buchungsmaske sein Alter und etwaige Ermäßigungen wie die BahnCard oder auch das Deutschland-Ticket angibt, erhält immer transparent das für ihn passende günstigste Angebot.“ Die Höhe der Ticketpreise hänge in erster Linie von der Nachfrage ab. Ziel sei es, „die Züge für ein komfortables Reisen optimal auszulasten“. Ähnlich wie bei Flugzeugen oder bei Hotels seien die günstigsten Angebote rund um die Ferien jedoch schnell ausverkauft.

Für die Untersuchung hatte der VZBV zwischen Juni 2024 und April 2026 täglich die günstigsten verfügbaren Direktverbindungen zwischen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main erfasst. Für die Ferienanalyse verglich der Verband die mittleren Preisniveaus (Medianpreise) am ersten Feriensamstag mit denen der Vorwoche; berücksichtigt wurden tagsüber verkehrende Verbindungen der zweiten Klasse mit einer Vorbuchungsfrist von drei Wochen. Die Analyse basiert auf 2.479 Verbindungsabfragen.

dts Nachrichtenagentur

Foto: ICE T auf Bahnstrecke (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Quelle: dts-nachrichtenagentur.de