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“Zu Unrecht schlechtgeredet”: Top-Ökonom fordert neuen Tankrabatt

21. März 2026, 07:00 Uhr · Politik

Angesichts stark steigender Energiepreise spricht sich der frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger für staatliche Eingriffe aus. “Ich habe Sympathien für einen Tankrabatt”, sagte Bofinger T-Online.

Die Maßnahme sei zu Unrecht schlechtgeredet worden. Daten des RWI-Instituts zeigten, dass die Preise während des letzten Tankrabatts 2022 durchaus gesunken seien und sogar weiter gefallen seien, solange die Maßnahme gegolten habe. Die Politik solle sich das “noch einmal ohne ideologische Scheuklappen anschauen”, fordert Bofinger.

Mit Blick auf die Blockade der Straße von Hormus warnt der Ökonom vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen für Deutschland. Das bedeute “nichts Gutes”, sagte er. Sollte die Blockade länger anhalten, drohten spürbare Folgen bei Gas, Benzin, Düngemitteln und vielen anderen Gütern.

Eine neue Inflationswelle hält Bofinger für wahrscheinlich. “Das geht relativ schnell”, erklärte er. Wenn die Energiepreise deutlich stiegen, könne das die Inflationsrate rasch nach oben treiben.

Grundsätzlich rechnet Bofinger mit der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung ab und fordert eine aktivere Industriestrategie. “Warum nicht einen Fünfjahresplan, mit dem wir innovative Bereiche identifizieren, in denen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren global punkten können”, sagte Bofinger.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traut er einen solchen Kurs nicht zu. “Sie steht für das genaue Gegenteil.” Reiche setze zu stark auf Marktkräfte, anstatt aktiv die Transformation der Volkswirtschaft voranzutreiben, so Bofinger.

Foto: Aral-Tankstelle am 20.03.2026, via dts Nachrichtenagentur