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DGB-Umfrage: Mehrheit will stärkeren Sozialstaat

22. April 2026, 08:45 Uhr · Vermischtes

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) für einen stärkeren und solidarischen Sozialstaat aus. Das Sozialstaatsradar 2026, für das 3.000 Personen im Auftrag der Arbeitnehmerkammer Bremen, der Arbeitskammer des Saarlandes und des DGB befragt wurden, ergab, dass 77 Prozent der Befragten eine gemeinsame Rentenversicherung befürworten und rund 60 Prozent die Eigenanteile in der Pflege begrenzen oder abschaffen wollen.

Zudem wären etwa 75 Prozent der Beschäftigten bereit, höhere Beiträge zu zahlen, um stabile oder bessere Rentenleistungen zu sichern. Auch unter den jüngeren Beschäftigten zwischen 18 und 29 Jahren zeigte sich eine Bereitschaft, höhere Beiträge zu leisten, wenn die Renten stabil bleiben oder steigen. Die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Absicherung im Bereich Gesundheit und Pflege werden laut DGB “überwiegend” als ungerecht empfunden. Fast 80 Prozent sprechen sich für eine Bürgerversicherung aus, darunter auch eine Mehrheit der Privatversicherten.

Zugleich zeigt die Studie eine wachsende Distanz zwischen politischen Debatten und Lebensrealität. 74 Prozent lehnen eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters ab. Mehr als die Hälfte glaubt sogar, in ihrem Beruf nicht bis zur früheren Regelaltersgrenze von 65 Jahren arbeiten zu können.

Foto: Vorstellung Sozialstaatsradar 2026 am 22.04.2026, via dts Nachrichtenagentur