Zum Inhalt springen
Live hören
On Air: Live aus dem Adiamo Bad Oeynhausen · 20–00 Uhr Jetzt läuft: Radio Osnabrueck – Toth Opener Live Aus Dem Adiamo 2026 Osnabrück 16 °C

Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Speicherung von IP-Adressen

22. April 2026, 09:24 Uhr · Politik

Die Bundesregierung hat bei ihrer Kabinettssitzung am Mittwoch einen Gesetzentwurf zur Speicherung von IP-Adressen beschlossen. Das teilte das Bundesjustizministerium mit. Internetzugangsanbieter sollen demnach künftig verpflichtet werden, die IP-Adressen ihrer Kunden für drei Monate zu speichern. Diese Maßnahme soll die Aufklärung von internetbezogenen Straftaten wie Kindesmissbrauch und Cyberbetrug erleichtern.

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass die Speicherung ausschließlich IP-Adressen und Portnummern betrifft, nicht jedoch andere Verkehrsdaten. Die Bildung von Bewegungsprofilen im Netz bleibe ausgeschlossen, so das Ministerium. Ermittlungsbehörden könnten nur im Einzelfall Auskunft verlangen, welchem Anschlussinhaber eine IP-Adresse zu einem bestimmten Zeitpunkt zugeordnet war.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sagte, dass der digitale Raum kein “Paradies für Straftäter” sein dürfe. “Zu viele Straftaten – ob Kindesmissbrauch, Online-Betrug oder digitale Gewalt – bleiben unaufgeklärt, weil entscheidende Spuren wie IP-Adressen fehlen.” Mit dem Entwurf habe man die Chance, eine zwanzigjährige Debatte um Freiheit und Sicherheit im Netz zu einem vernünftigen Ergebnis zu führen.

Foto: Netzwerk-Patchpanel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur